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Vom Kredit-Warenhaus Jonaß zum Soho House Berlin

Fassade Torstraße 1 Berlin ehemaliges Warenhaus Jonaß heute Soho House

In der Torstraße 1, am historischen, 1869 abgetragenen Prenzlauer Tor, residiert heute ein privater Club mit Hotelbetrieb und allem Drum und Dran für ein wohlhabendes kreatives Milieu. Er befindet sich in einem denkmalgeschützten früheren Einkaufstempel für Berliner mit eher wenig Geld. Denn der Bau wurde 1928/29 neben dem Scheunenviertel nach Plänen von Gustav Bauer und Siegfried Friedländer für eine Innovation errichtet: das Kredit-Warenhaus Jonaß. Wer nicht bei Kasse war, zahlte zunächst einen Teil und den Rest in Raten.

Nach 1933 wurden die jüdischen Eigentümer von den Nazis aus dem Geschäft gedrängt. Ihr Kaufhaus mit 15.000 Quadratmetern Nutzfläche in der damaligen Lothringer Straße 1 wurde „arisiert“ und war schließlich Sitz der Reichsjugendführung der Hitlerjugend.

In der Stunde Null zog zunächst der Zentralausschuss der SPD, dann der SED-Parteivorstand ins Haus der Einheit. Anschließend befand sich hier das Institut für Marxismus-Leninismus. Seit 1951 hieß die Adresse vorübergehend Wilhelm-Pieck-Straße, nach dem ersten und einzigen DDR-Präsidenten. Nach dem Ende der DDR nutzte das Internationale Institut für Sozialgeschichte mit seinem Archiv den Bau für einige Zeit gemeinsam mit der Humboldt-Universität. Nach der Sanierung zog 2010 das Soho House Berlin in das Haus, das so unterschiedliche Geschichten erzählt.

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