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Siegessäule am Großen Stern: Preußens vergoldetes Kriegsdenkmal

Collage mit der Siegessäule: Sockel mit bronzenem Relief, goldene Siegesgöttin auf der Säule und Aussicht durch ein Gitter.
Dreiteilige Collage der Siegessäule mit Sockel, Goldelse und Aussicht auf Berlin.

Die Siegessäule am Großen Stern in Berlin-Tiergarten glorifiziert die Kriege unter Preußens Führung gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. 60 Beutekanonen sind vergoldet in den Schaft eingelassen. Ursprünglich stand die 1873 eingeweihte Triumphsäule auf dem Königsplatz vor dem Reichstag.

Die Bronzereliefs am Sockel zeigen die Schlachten von Düppel, Königgrätz und Sedan sowie den Einzug der siegreichen Truppen in Berlin. Über dem Sockel sitzt eine runde Säulenhalle mit einem Glasmosaik, das den Sieg über Frankreich und die Reichsgründung feiert. 1938/39 versetzten die Nazis das Monument an den Großen Stern und erhöhten es als Blickfang ihrer Ost-West-Achse für die geplante Hauptstadt Germania. Von vier Seiten führen Fußgängerunterführungen zum Kriegsdenkmal.

Nach 1945 ließ die französische Besatzungsmacht die Reliefs abnehmen und nach Paris bringen. Mitte der 1980er-Jahre kehrten sie zurück und wurden bewusst lückenhaft gelassen, damit die Brüche der Geschichte sichtbar bleiben. Die auf der Säule thronende „Goldelse“ von Friedrich Drake ist eine Siegesgöttin Viktoria mit Lorbeerkranz, Feldzeichen und Adlerhelm der Borussia als Personifikation Preußens. Heute gibt es im Sockel ein kleines Museum, von dort führt eine Wendeltreppe mit 285 Stufen zur Aussichtsplattform in rund 51 Meter Höhe.