Heute vor zwei Jahren hielt Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva von der linken Arbeiterpartei PT in Berlin im Festsaal Kreuzberg eine Rede über die Verteidigung der Demokratie. Vor der vergangenen Präsidentschaftswahl war er durch ein juristisches Komplott ins Gefängnis gesteckt und als Kandidat ausgeschlossen worden. Im Oktober will Lula erneut antreten, in Umfragen liegt er klar vor dem rechtsextremen Staatschef Bolsonaro.
Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg fordert Lula eine Reform und Stärkung der Rolle der Uno und eine Rückkehr aller beteiligten Seiten zu Gesprächen. Putins Entscheidung für Krieg kritisiert er: „Es ist bedauerlich, dass wir im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Staaten haben, die ihre Divergenzen – seien sie territorial, politisch oder wirtschaftlich – durch Bomben, durch Schüsse, durch Angriffe lösen wollen, während sie am Verhandlungstisch gelöst werden müssen“, heißt es in einer Videobotschaft. Niemand könne einen Angriff auf ein anderes Land gutheißen, so Lula. Er erinnert daran, dass die Großmächte immer wieder nach Gutdünken das internationale Recht brechen. Als Beispiele nennt er die Invasionen der USA in Afghanistan und im Irak sowie das Vorgehen von Frankreich und Großbritannien gegen Libyen, „und so macht es Russland gegen die Ukraine“. Es sei wichtig, „dass diese Leute begreifen, dass Krieg zu nichts führt, außer zu Zerstörung, zu mehr Arbeitslosigkeit, zu mehr Verzweiflung, zu mehr Hunger“.
