Der 1831 eingeweihte Sakralbau am Werderschen Markt entstand nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel im Stil der Neogotik. Er ersetzte die erste evangelische Kirche von Friedrichswerder, das seit 1710 zu Berlin gehörte. Auftraggeber war Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere preußische König Friedrich Wilhelm IV.
Im Zweiten Weltkrieg ist die Friedrichswerdersche Kirche durch Bomben und Artillerie schwer beschädigt worden. Ebenso umliegende Gebäude, die später abgetragen wurden. Nach ihrer 1987 abgeschlossenen Sanierung wurde der Kirchenbau aus roten Ziegeln zu einem Ausstellungsort für Skulpturen aus der Nationalgalerie. Von 2013 bis 2019 erfolgte eine weitere, umfassende Restaurierung des Gebäudes.
Ein 1999 errichteter Neubau als Teil des Auswärtigen Amtes an der Südseite des Platzes vor dem ehemaligen Reichsbank-Gebäude (1945 bis 1990 SED-Zentrale) hat diesen zur Straße verengt. Der gegenüberliegende Hotelkomplex „Quartier am Auswärtigen Amt“ vor dem Westturm der Kirche besteht aus mehreren von 2006 bis 2009 erbauten Stadthäusern.
Dieses Karree nimmt das Grundstück des ehemaligen Modekaufhauses Gerson ein. In der Nazizeit war das Unternehmen „arisiert“ worden. In das Kaufhausgebäude am Werderschen Markt 5-6 zogen das preußische Landes- und dessen Nachfolgeeinrichtung Reichskriminalpolizeiamt ein. 1939 wurde das RKPA zusammen mit dem Sicherheitsdienst und der Gestapo Teil des von der SS geführten Reichssicherheitshauptamtes.
