
Apparate, Papiere, Chemikalien und Zubehör: Nach Kriegsende 1945 richtet Kurt Schröder seinen Laden in der Frankfurter Allee 61 im Berliner Bezirk Friedrichshain her. Für das Firmenschild benutzt er die moderne Schreibweise von Photo. Ein Vierteljahrhundert lang bietet Foto-Schröder hier „erstklassige Fotoarbeiten“ an, von 1949 bis zur Rückbenennung der Straße 1961 lautet die Adresse Stalinallee 330. In den 1980er Jahren muss das Haus einem Neubau weichen.
Schröders Nachbar in der Stunde Null ist das Feinkost- und Delikatessengeschäft von Oskar Nitschke. Kurt könnte mit dem Foto-Schröder aus der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg identisch sein, der 1937 und 1940 im Branchenbuch zu finden war.
Vor diesen beiden Läden war in der Frankfurter Allee 61 das Hauptgeschäft von Zapletal Augenoptik zu finden. 1912 hatte hier Wilhelm Zapletal den Grundstein für eine Optiker-Dynastie gelegt. 1934 ist er im Gesamtadressenwerk der NSDAP-Geschäftsstellen mit zwei Anzeigen für seine drei Filialen vertreten. Vier Jahre später besitzt Zapletal in Berlin ein weiteres Zweiggeschäft.
1944 führt die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen einen Juden Zapletal, Wilhelm, Jahrgang 1887, wegen Verstoßes gegen die Verbrauchregelungsstrafverordnung. Mit der werden der Kriegswirtschaft schadende Geschäfte mit knappen Gütern verfolgt.
Nach Kriegsende zieht Zapletals „Spezialinstitut für moderne Sehhilfen“ zwei Blöcke weiter. Dessen Nachfolger in der Frankfurter Allee wird der bis heute existierende Optiker Albrecht.