
Der Giebel des Wohn- und Geschäftshauses am Müggelseedamm 197 in Berlin-Friedrichshagen zeigt das Baujahr 1881. In seinen Ladenräumen befindet sich ein echter Überlebenskünstler. Das Geschäft für Eisenwaren als Vorläufer eines Baumarkts hat die Wende überdauert und sein Sortiment seitdem erweitert.
Diese Nutzungsart reicht aber noch länger zurück. Spätestens in den 1930ern und bis in die Nachkriegsjahre handelten hier Else und Henry Kotzte mit Eisen-, Stahlwaren und Bootsartikeln. Das muss sich gelohnt haben, denn bereits 1934 war ein Opel mit 23 PS auf Henry zugelassen. Wahrscheinlich handelt es sich um denselben, der 1958 mit der SG Friedrichshagen in der DDR-Meisterschaft Silber beim Segeln mit dem 20-qm-Jollenkreuzer holte.
1970 lief der Laden dann unter Elsa Klotzle und der Rubrik Haushaltwaren und Wirtschaftsgegenstände. Die Räume rechts vom Hauseingang gehörten in der DDR-Zeit noch dem Bäckerhandwerk. Die bereits 1940 bestehende Konditorei von Bruno Böhme hatte in den 1960ern Werner Böhme übernommen. Am Ende des nächsten Jahrzehnts folgte Konditorei und Café von Karl Latotzke, der zuvor in Niederschönhausen ein Geschäft geführt hatte. Ganz am Anfang, in der Kaiserzeit, als der Müggelseedamm noch Seestraße hieß, standen der Konfitürenladen von M. Strobel und das Putzgeschöft der Modistin Käte Quetnau.