
Die Casa de los Conspiradores liegt gleich neben dem Hauptplatz Plaza Mayor der Kolonialstadt Trinidad im Süden Kubas. Sie ist ein beliebtes Fotomotiv. Erbaut worden ist das zweistöckige Gebäude in der Calle Cristo 38 im frühen 18. Jahrhundert zu Wohnzwecken. Heute beherbergt es ein Restaurant.
Seinen Namen verdankt es der Verschwörung Mina de la Rosa Cubana. 1847-48 war das Haus in Ecklage neben der Freitreppe La escalinata ein Treffpunkt und das Hauptquartier dieser Bewegung. Sie richtete sich gegen die spanische Kolonialmacht. Angeführt wurde die Rebellion von dem venezolanischen Abenteurer und General Narciso López.
López hatte zunächst in den südamerikanischen Unabhängigkeitskriegen für die Spanier und gegen Simón Bolívar gekämpft. Danach machte er auf Kuba politische Karriere, bis zu seiner Absetzung als Statthalter von Matanzas und Trinidad durch einen neuen Generalgouverneur. Im Bunde mit der kreolischen Elite aus Sklavenhändlern und Zuckerbaronen wollte er nun die Kolonialregierung stürzen. Das sollte einer militärischen Annexion Kubas durch die USA den Weg bahnen.
Nachdem Großbritannien die Sklaverei abgeschafft hatte, war in Frankreich zudem die Monarchie durch die 1848er Februarrevolution gestürzt worden. Auch Spaniens Herrschaft stand unter Druck. Kubas Oligarchie suchte deshalb einen Weg, um die Basis ihres Reichtums zu sichern, am Freihandel teilzunehmen und einem Sklavenaufstand vorzubeugen.
Die Revolte der Annexionisten scheiterte an der fehlenden Unterstützung durch US-Präsident James K. Polk, der mit Madrid zu dieser Zeit über einen Kauf der Insel verhandelte. Außerdem gab es Widerstände der Nordstaaten gegen einen Anschluss Kubas.
Narciso López musste fliehen. Von New Orleans aus organisierte er mehrere Invasionsversuche. Nach einer Landung in Pinar del Rio im August 1851 nahmen ihn spanische Truppen gefangen. Am 1. September wurde er in Havanna mit dem Würgegalgen Garotte hingerichtet.