
Noch in der Kaiserzeit ist hier die von Brandmeister Runge geführte II. Kompagnie stationiert. In der Weimarer Republik ist die unter E 4 Alexander 5422 erreichbare Berufswache Memel, Zug 31, dem Brandschutzamt Friedrichshain zugeteilt. Die Nazis ersetzen den Bezirksnamen Friedrichshain durch Horst Wessel. 1945 brennt das Haus nach Bombentreffern aus.
In der Nachkriegszeit bleibt unter seinem Notdach bis 1955 der Feuerwehrstützpunkt Weberwiese. Fünf Jahre zuvor wird die Memeler Straße in Marchlewskistraße umbenannt. Später nutzt der benachbarte VEB Edelholzbau das Gebäude als Lager und Furnierwerkstatt.
Nach der Sanierung von 1995–1998 wird aus der alten Wache ein bezirkliches Kulturhaus mit Projektraum, Studiobühne und Jugendclub. Noch bis zum 26. Juli ist in der Marchlewskistraße 6 die Ausstellung „Kleiner Mann – was nun?“ mit Fotografien von Sven Johne und Michael Wesely sowie Kleinskulpturen von Alexandre Sladkevich zu sehen. Thematisch geht es um Arbeit, Krieg, Biografien und Spuren der Geschichte, die bis in die Gegenwart reichen.




