Peter Steiniger

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    18.04.2011

    Front und Alltag

    Malerische Impressionen aus Moçambique in der jW-Ladengalerie

    Die Toten von Matola stehen für Afrikas blutigen Weg aus kolonialer Unterdrückung. Trauer, Stolz, Mahnung: Harald Heinke hat die Erinnerung an das Massaker vom 30. Januar 1981 auf der Leinwand festgehalten. An diesem Tag griff eine Kommandoeinheit der südafrikanischen Armee eine Unterkunft für geflüchtete Mitglieder des ANC in der nahe Maputo in Moçambique gelegenen Stadt an. Die Mörder von Matola trugen das Hakenkreuz an ihren Stahlhelmen.

    Das Rassistenregime verfolgte nicht nur die Kämpfer des südafrikanischen Nationalkongresses auch außerhalb der eigenen Grenzen. Hier war der Kalte Krieg nie kalt: Mit Unterstützung des Westens trug er Gewalt, Haß und Zerstörung in die »Frontstaaten« des südlichen Afrikas, die sich gegen das letzte Apartheidregime auf dem Kontinent zusammengeschlossen hatten und progressive Entwicklungswege einzuschlagen suchten.

    Nach der Nelkenrevolution in Portugal hatte Moçambique 1975 nach 500 Jahren Kolonialismus seine Unabhängigkeit erlangt. Ein 16 Jahre währender, von außen geschürter Bürgerkrieg ruinierte die Wirtschaft und hinterließ tiefe, dauerhafte Wunden in der Gesellschaft. Unterstützung erhielt das Land damals aus dem sozialistischen Lager, besonders Kuba und der Sowjetunion. 1979 schlossen Moçambique und die DDR einen Vertrag über Freundschaft und Beistand. Der bildende Künstler Harald Heinke zählte zu den etwa 20000 ostdeutschen Entwicklungshelfern, die während des folgenden Jahrzehntes in Moçambique produktive Spuren hinterließen. Sie unterstützten vor allem den Aufbau des Bildungswesens und die Entwicklung des Bergbaus. Es entstand ein lebendiger Austausch auch auf künstlerischem Gebiet. Heinke hat in dieser Zeit viele seiner Impressionen vom afrikanischen Alltag und insbesondere von den Frauen Moçambiques in Bildern festgehalten.

    In seinem Zeitzeugenbericht »Khanimambo Moçambique« (»Danke, Moçambique«) zeichnet er eine Chronologie der Entwicklung des Landes, holt eine Ära solidarischer, gleichberechtigter Entwicklungspolitik aus dem Vergessen. Heinkes Bilder sind ab heute gemeinsam mit Arbeiten seines Künstlerfreundes Mankeu Valente Mahumane in der jW-Ladengalerie zu sehen. Sein Buch wird bei der Vernissage in Anwesenheit des Botschafters der Republik Moçambique, Carlos dos Santos, vorgestellt. (pst)

    »Zum Tag der moçambiquanischen Frau– Malerische Impressionen aus dem südöstlichen Afrika«, Vernissage und Buchpräsentation am 18.04.2011, 19 Uhr, jW-Ladengalerie, Torstraße 6, Berlin-Mitte

    Harald Heinke: Khanimambo Moçambique – Ein Zeitzeuge erzählt. Projekte Verlag, Berlin 2011, 213 Seiten, 14,90 Euro

     

    Quelle: http://www.jungewelt.de/2011/04-19/009.php

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