Peter Steiniger

    Politik | Wirtschaft | Geschichte | Feuilleton | Umwelt
    Zur Person
    « »Die Pyramide muß sich wieder drehen«
    Marktwirtschaft wagen »
    20.02.2009

    Friedensfreunde auf vier Pfoten

    Ein Besuch bei ANIPLANT, der Kubanischen Vereinigung für Tiere und Pflanzen

    Den Termin habe ich dem kubanischen Presseamt zu verdanken. Dort weiß man, daß ich ein Freund der belebten Natur bin und verabredet mich mit Nora García Pérez. Die frühere Theaterschauspielerin ist Präsidentin von ANIPLANT, der Kubanischen Vereinigung für Tiere und Pflanzen. Sie empfängt mich und meine zweibeinige Begleiterin in einem gut erhaltenen Häuschen in Havannas Altstadt. Bei unserem Gespräch steht ihr der Tierdoktor Dr. Ramon Arias vom kubanischen Landwirtschaftsministerium zur Seite, welches die Arbeit dieser NGO kontrolliert, unterstützt und fachlich begleitet.

    Die ANIPLANT ist Mitglied der World Association for the Protection of Animals (WSPA). Ihr gehören rund zweihundert Mitstreiter an, die in Zusammenarbeit mit Veterinären, lokalen Behörden und den Medien Informationvermittlung an Züchter und Bevölkerung zu Umweltschutz, Tierhaltung und Tierrechten betreiben.

    Im Mittelpunkt der praktischen Arbeit stehen Hunde und Katzen. Vor allem die Bellos sind auch der beste Freund des kubanischen Menschen. Passend zur Insel scheint es sich ganz überwiegend um friedfertige Kreaturen zu handeln. Die trolligen kleinen Pinscher auf den Straßen gehen ohne Aufsehen zu erregen ihren Geschäften nach, an keinem Gartenzaun schoß mir hier je ein zähnefletschender, blutgieriger Familienhund entgegen.

    Nora Garcia berichtet von den Folgen der Hurrikans für Umwelt und Natur sowie verschiedenen Problemen beim Umgang mit Tieren in Kuba. Gemeinsam mit den Behörden arbeitet man gegen Hunde- oder Hahnenkämpfe, mit denen sich illegale Veranstalter bereichern wollen. Die Gladiatorenspiele mit den Gockeln gibt es auch noch vereinzelt in ländlichen Regionen. Doch auch durch Traditionen seien sie nicht zu rechtfertigen, betont Dr. Arias. Die Übernahme einer anderen Unsitte aus dem Ursprungsland der Kolonisatoren, des Stierkampfes, konnte erfolgreich unterbunden werden. Obwohl hier starke finanzielle Interessen, diesen als Touristenattraktion zu nutzen, im Spiel gewesen sind. Das Spektakel mit den Gehörnten hatte sich in Kuba auch früher nie richtig festsetzen können und verschwand bereits im 19. Jahrhundert völlig. Testesteron bildet sich hier eben ganz natürlich.

    Am Sitz von ANIPLANT wird ein kleines Hundeasyl entstehen, die ersten schwanzwedelnden Bewohner sind schon da. Tierärztliche Dienste, vor allem Behandlungen bei Parasitenbefall, sollen hier ebenfalls angeboten werden.

    Die Finanzierung der Arbeit erfolgt ganz überwiegend über Spenden. Und hier liegt das Problem. Im Unterschied zu unseren Breiten fehlt es in Kuba an Erblassern, die ihre Nächsten in den Teppich beißen und ihr angehäuftes Vermögen Susi und Strolch angedeihen lassen. Deshalb sucht ANIPLANT international nach Partnern für eine Zusammenarbeit. Tierfreunde, hört die Signale!

    ANIPLANT (Asociación Cubana de Animales y Plantas) Calle Príncipe No. 128 e/c Espada y Hospital Centro Habana, Ciudad Habana

    Von Peter Steiniger. jW online: Buchmesse Havanna 2009. Permalink: http://www.jungewelt.de/feria2009/index.php?id=368

    Ähnliche Beiträge

    Privat vor Katastrophe
    Kubas Ökonomie steht das Wasser bis zum Hals. Eine Reihe äußerer Faktoren ließ den Pegel steigen: Hu...
    Kritik an Atombürgschaft wächst
    Das geplante Atomkraftwerk Angra 3 in Brasilien ist nicht sicher zu betreiben. Diesen Schluss zieht ...
    • Teilen:

    Kommentieren ist momentan nicht möglich.

    « »Die Pyramide muß sich wieder drehen«
    Marktwirtschaft wagen »
    Meistgelesen
      »Ich vermisse die Wertlosigkeit des Geldes«
      »Der Westen war für mich was ganz Schlimmes«…
      Little Havana Berlin
      Schmutzige Wäsche
      »›Aus gutem Hause und solchen Unsinn im Kopf‹…
      Ein Tänzchen wagen
    Tags
    Film Havanna Kommentar Glosse G8 Portugal Reportage Sex Afrika Polizei jW Israel Mosambik Kiel Leipzig Buchmesse Interview Feminismus Berlin Umwelt USA NATO Schweden DDR Brasilien Kuba Wikileaks ver.di Iran Die Linke
    NGO
        • Attac
        • Cuba Sí
        • dju
        • FIR
        • Lobbypedia
        • Welthungerhilfe
        • Weltsozialforum
    Kultur
        • B. Traven
        • Billy & Hells
        • Concentus Records
        • Gegner
        • Gundermanns Seilschaft
        • Lenaismus
        • Lutz Masanetz
        • Revolver
        • Skin Diary
        • Tucholsky
    Medien
    Amerika21
    analyse & kritik
    Der SKEPTIKER
    Druck+Papier
    Financial Times
    Frankf. Rundschau
    der Freitag
    F`hainer Chronik
    ila
    junge Welt
    LMD
    März Verlag
    ver.di: «M»
    Miss Tilly
    Nachdenkseiten
    Neues Deutschland
    ver.di PUBLIK
    secarts.org
    taz.de
    Womblog

    Avante!
    Diário Liberdade
    Esquerda.net
    DPG-Report
    Público

    Brasil de Fato
    Caros Amigos
    Carta Capital
    Folha de S.P.
    revista piauí

    Diagonal
    El País

    Juventud Rebelde
    Prensa Latina
    Rebelión
    Temas

    Dagens Nyheter
    Expo
    Flamman
    Ordfront
    Autoren
    Dario Azzellini
    balcerowiak.de
    jboe-reporting
    Frank Brunner
    Carmela Negrete
    Sprache
        • Wörterbücher
        • Korrekturen
        • Thesaurus
        • Tlaxcala
        • Zeno.org
    © Peter Steiniger | Impressum | WordPress

    loading Abbrechen
    Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
    E-Mail-Überprüfung gescheitert. Bitte nochmal versuchen.
    Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.