Digital noch besser
Texte für die Aktionsseite der linken Tageszeitung
Ob mit Schapka, in New-Balance-Tretern oder lila Latzhose, ob in dieser Welt oder einer anderen: Der optimierte Onlineauftritt von junge Welt fördert die Bewußtseinserweiterung.
Miez, miez
Leserinnenfang, aber wie? Die junge Welt baut dabei auch auf Ihren Rat
Es ist doch so: Sie will reden und Beziehungsprobleme wälzen, er will in Ruhe die junge Welt lesen und seinen Klassenstandpunkt festigen. Eine Tragödie, wie sie sich Tag für Tag millionenfach an den Frühstückstischen in unserem Land abspielt. Nicht selten führt dies nicht nur zur Zerrüttung zarter Bande, sondern auch zur gänzlichen Entfremdung der Frau von der Tageszeitung überhaupt. Sie stürzt sich da lieber auf Romane, bis der Arzt kommt.
Politik ist Männersache. Noch immer zu sehr. Für eine linke Zeitung muß es aber Anspruch sein, auch auf viele Leserinnen zählen zu können. Wir haben die Hosen heruntergelassen und nachgesehen: Die Kartei der Abonnenten weist einen bösen Männerüberschuß aus. Dabei fällt auf, daß in den östlichen Bundesländern der Anteil an regelmäßigen Leserinnen deutlich höher ist. Hier hat eben häufiger sie die Hosen an und führt die Kasse. Zum Glück steckt noch immer in jeder Gabi, Cornelia oder Sabine zwischen Fichtelberg und Ostseestrand eine kleine Margot Honecker. Noch deutlicher die Diskrepanz im Internet: Vier von fünf unserer Onlineabonnenten sind Kerle.
Letztlich ist ja das Schweinesystem schuld, welches Frauen in die Barbierolle drängt und schlechter bezahlt. Dennoch wollten wir wissen, was die junge Welt tun kann, um für Leserinnen attraktiver zu werden. Auf unserer Facebook-Seite setzten wir per Umfrage die Schwarmintelligenz unserer Fans auf die Sache an. Der Partner sollte »mehr Frauenarbeiten verrichten«, damit sie Zeit zum Lesen gewinnt, meinten die meisten. Nach erfolgreichem Casting in der Redaktionsteeküche werden wir die ersten Mustermannexemplare demnächst an die Frau bringen. Praktikabel ist auch der Rat, mehr Katzenfotos zu veröffentlichen. Auch dem Tip, auf parfümiertem Papier zu drucken, wollen wir folgen. Der klassische Herrenduft Eau Sauvage wurde im kleineren Rahmen schon sehr erfolgreich bei der Werbung um Leserinnen zum Einsatz gebracht. Weitere Vorschläge, bitte!
Ob Mann, ob Frau: In unserer Onlineausgabe können sich jetzt alle besser orientieren. Mit großen Pfeilen läßt sich von Tag zu Tag blättern. Und die Tagesübersicht im Fundus zeigt einen praktischen Kalender. Schauen Sie doch nach dem Frühstück mal vorbei!
Von Peter Steiniger. Quelle Tageszeitung junge Welt, 04.06.2011, S.16, http://www.jungewelt.de/2011/06-04/009.php
Abonnements statt Apokalypse
Der Zukunft zugewandt: Die junge Welt hält nichts vom Ende der Geschichte
Das war wieder nichts mit dem Weltuntergang. Nach der Prophezeiung christlicher Fundamentalisten mit patentiertem großen Knall sollte es in der letzten Woche eigentlich richtig rundgehen. Die Apokalypse hätte das Zeitungmachen böse beeinträchtigt und die Zahl der junge Welt-Leserinnen und -Leser gründlich dezimiert – unsere Infokampagne für den optimierten Internetauftritt wäre zum Teufel gegangen. Doch auch, wenn sich dieses Mal der Himmel nicht öffnete, die sieben Posaunen schwiegen und die vier Wände nicht wackelten, sind wir ihm nur von der Schippe gesprungen. Denn verschoben ist nicht aufgehoben, und das liegt nicht am Maya-Kalender: Im Atomzeitalter spielt die Menschheit bereits in der Verlängerung. Noch immer sitzt sie auf dem Pulverfaß nuklearer Waffenarsenale. Der Mythos von der Beherrschbarkeit der Kernenergienutzung ist spätestens seit Tschernobyl dahin, und in Fukushima hat Gott noch einmal die gelbe Karte gezeigt.
Ganz egal, wie man zu dem alten Rauschebart steht, die junge Welt ist für alle von Interesse, die sich einem solchen Ende der Geschichte widersetzen. Die hier auf Erden eine Gesellschaft anstreben, die Mensch und Natur nicht dem Profit unterordnet. Diese Zeitung liefert dazu einen unverwechselbaren, kritischen Blick auf das politische und kulturelle Tagesgeschehen, Analysen und Hintergründe. Im Internet ist daraus seit 1997 ein wertvolles Archiv linker Publizistik gewachsen. Ob man mit einem jW-Onlineabo auch vor dem Jüngsten Gericht punktet, ist keineswegs gewiss. Sicher ist hingegen, daß es für die Nutzung des Internetauftritts paradiesische Vorteile bietet. Alle Artikel und Beilagen sind bereits am Vorabend des Erscheinens zugänglich. Die junge Welt online ist nun übersichtlicher und bietet verbesserte Recherchemittel wie den »Fundus«. Hier finden sich unter anderem Kulturtips für Theater, Ausstellungen und Konzerte sowie Register und Besprechungen zu Büchern, Filmen und Musik. Und selbst in der Hölle könnten Sie nun mit ePub-Dateien für eReader auf mobilen Lesegeräten noch ihr eigenes Süppchen kochen.
Von Peter Steiniger. Quelle Tageszeitung junge Welt, 28.05.2011, S.16, http://www.jungewelt.de/2011/05-28/013.php
Kommunikation ist nicht alles
Digital noch besser: Die junge Welt stärkt zur richtigen Zeit ihre Internetpräsenz
Echte Revolutionäre sind online. Nicht der Kanonenschuß aus den mächtigen Rohren eines Panzerkreuzers »Aurora«, sondern das leise Blinken einer »neuen Nachricht« ruft zur Tat. Statt aus Flugblättern, empfangen aus schwieliger, druckergeschwärzter Arbeiterhand, schlägt heute der Funke zum Aufruhr aus den Abertausenden Tentakeln des Datenkraken »Facebook«. Schon hat die Insurrektion die Mauern der Festung Europa übersprungen und rührt nicht nur an Spaniens Schlaf der Vernunft. Die vielen merken, daß sie die Rechnung für die Krise der wenigen bezahlen sollen. Daß sie mit ihrer Frage, was daran Demokratie sein soll, nicht allein sind, erfahren sie nicht aus herrschenden Blockmedien, sondern in den virtuellen Netzwerken. Hier reift die Unzufriedenheit heran, bis sie sich – hast du nicht gesehen – materialisiert. Eins, zwei, drei, viele Tahrirplätze in den Metropolen – das ist es, was die Mächtigen fürchten. Unsere Leserinnen und Leser dürfte es nicht überraschen, daß die junge Welt auch Berlins Alex für prädestiniert hält.
Ob mit Schapka, in New-Balance-Tretern oder lila Latzhose, an zeitgemäßen Medien und Kommunikationsmitteln führt für die Linke kein Weg mehr vorbei. Die junge Welt, bereits seit 1997 ein Internetpionier, ist daher seit einigen Monaten auch bei Facebook und Twitter vertreten. Nun wurde der Onlineauftritt weiter optimiert, neue Recherchemittel stehen zur Verfügung. Ins Auge fällt eine neue übersichtliche Struktur. Der Inhalt von sechs Menüpunkten ist nun auf einen Blick zu erfassen. Doch es ist mehr als ein Tapetenwechsel, vielmehr ein Ausbau auf festem Fundament. Das über Jahre gewachsene Archiv, eine Schatzkammer linker Publizistik, ist jetzt noch besser zu erschließen. Wichtigste Neuheit ist hierfür die »Bibliothek«. Dossiers, Serien und Reportagen sind in einem gemeinsamen Kategoriensystem zusammengeführt. Ebenso Analysen, Hintergründe und Dokumentationen, meist in unserer zweiseitigen Zeitungsrubrik »Thema« erschienen. Hier können Leserinnen und Leser nach ihren Interessengebieten forschen. Zum Stöbern lädt der »Fundus« ein. Hier finden sich Kulturtipps und Ratgeberartikel, das Tool »Regio« mit Links zu Artikeln, Reportagen und Interviews, geordnet nach Bezügen im In- oder Ausland, außerdem Besprechungen von Büchern, Filmen und Musik.
Neben der kompletten Zeitung im Format PDF mit der 1:1-Ansicht bieten wir nun auch ePub-Dateien als ideales Textformat für eReader auf mobilen Lesegeräten wie Smartphones (iPhones, Android-Handys) für Onlineabonnenten zum Download an. Die ePub-Ausgabe kann auch regelmäßig per E-Mail bezogen werden. Wie bisher kann komfortabel mit Navigationspfeilen am Kopf der Artikelübersichten von Tag zu Tag geblättert werden.
jW online bietet also zur richtigen Zeit noch mehr Vorteile – auch in Kombination mit der gedruckten Zeitung. Internetausgabe und -archiv können für aufklärerische politische Bildung, für das Erschließen von Hintergründen und Zusammenhängen genutzt werden – denn Kommunikation ist auch für Facebook-Revolutionäre nicht alles. Überzeugen Sie sich selbst und stärken Sie die digitale Linke mit einem Onlineabo! Wir freuen uns über Meinungen, Hinweise und konstruktive Kritik – und sehen uns auf dem Alex.
Von Peter Steiniger. Quelle Tageszeitung junge Welt, 21.05.2011, S.16, http://www.jungewelt.de/2011/05-21/013.php
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